Gute Entscheidungen Treffen

 

Warum aber ist es manchmal so schwer, eine Entscheidung zu treffen? Jede Entscheidung zielt darauf ab, einen unklaren Zustand zu beenden, eine Auswahl zu treffen, sich festzulegen und somit auch Alternativen zu verwerfen. Umgang mit Komplexität ist nicht gerade eine Stärke des menschlichen Gehirns und je komplexer das Problem, desto schwerer fällt es uns, alle Aspekte zu überblicken oder die Konsequenzen der Entscheidung abzuwägen.

Dazu sind wir auch noch einer ganzen Reihe von Einflüssen ausgesetzt, die wir nicht immer erkennen, sogenannten Wahrnehmungsverzerrungen. Verschiedene Wissenschaften, wie die Verhaltensökonomie oder die Neurowissenschaften beschäftigen sich mit diesen Einflüssen auf unsere Wahrnehmung, unser Denken und Verhalten in Bewertungs- und Entscheidungssituationen und sie haben in den letzten Jahren viele Erkenntnisse geliefert, die ein wenig Licht ins Dunkel unseres Entscheidungsverhaltens gebracht haben.

 

Was also tun? Ein erster Tipp lautet: Überlassen Sie Entscheidungen nicht dem Zufall und folgen Sie bei wichtigen Entscheidungen einer strukturierten Vorgehensweise.

Wollen Sie mehr erfahren? Hier finden Sie ein paar erste Tipps. Oder kommen Sie zu einem unserer nächsten Seminare "Entscheidungs- und Problemlösungstechniken".

Praxistipps für bessere Entscheidungen

Kennen Sie Buridans Esel?                 

Weil er die Wahl zwischen zwei völlig identischen Heuhaufen hatte und sich nicht entscheiden konnte, verhungerte er schließlich.

Aber warum ist es so schwer, sich zwischen zwei gleichwertigen Alternativen zu entscheiden, wo man doch bei jeder richtig entscheiden würde? Weil man gleichzeitig auf eine verzichten muss! Sobald wir wissen, dass wir etwas bekommen, nimmt seine Attraktivität ab und die Attraktivität dessen, was wir aufgeben müssen, nimmt zu.

Tipp 1:
Edward De Bono, einer der führenden Lehrer für kreatives Denken, empfiehlt hier die „Eselmethode“: Wir bemühen uns dabei, jede der Alternativen der Reihe nach unattraktiv zu machen. Wenn es uns gelingt, ist die beste Entscheidung klar und es nicht schmerzlich, die Alternative, die dabei schlechter abgeschnitten hat, aufzugeben.

Tipp 2:
Sie können sich immer noch nicht entscheiden? Würfeln Sie oder werfen Sie eine Münze. Und wenn sich die Entscheidung gut anfühlt, dann haben Sie nun ein Ergebnis. Das ist durchaus ernst gemeint. In seinem sehr lesenswerten Buch „Bauchentscheidungen“ beleuchtet der Psychologe Gerd Gigerenzer, warum es manchmal doch ganz vernünftig sein kann, auf sein Bauchgefühl zu hören.


Manche Menschen sind sich niemals sicher und entscheiden nicht, weil sie auf die totale Sicherheit warten oder falsch, weil sie die Nerven verlieren oder sich dem Druck vermeintlicher Erwartungen anderer beugen.

Tipp3:
Lassen Sie sich bei Ihrer Entscheidung nicht unter Druck setzen. Stress blockiert unser Denken und rationale Entscheidungen sind dann oft nicht mehr möglich. Erbitten Sie lieber eine Bedenkzeit, die der Tragweite der Entscheidung angemessen ist.


Eine gesunde Unsicherheit ist gut, denn wir können meist unserem Bauchgefühl vertrauen. Oft aber entsteht Unsicherheit aus einem übertriebenen Hang zur Perfektion und dem Gedanken: „Fühl dich erst sicher, wenn die Entscheidung hundertprozentig sicher ist.“

Tipp 4:
Klären Sie den Grund für Ihre Unsicherheit, machen Sie sich Ihre Ziele und Prioritäten bewusst, setzen Sie sich selbst eine Deadline, bis zu der Sie Ihre Alternativen prüfen und eine Entscheidung getroffen haben.

Und bedenken Sie: Keine Entscheidung ist letztendlich auch eine Entscheidung!

Buchtipps:

Gigerenzer, Gerd (2008): Bauchentscheidungen: Die Intelligenz des Unbewussten und die Macht der Intuition. Goldmann Verlag.

Kahnemann, Daniel (2012): Schnelles Denken, langsames Denken. Siedler Verlag

 

< zurück